Mutterschutz für Selbstständige: Chancengerechtigkeit als Schlüssel zu starken Familien, Gesellschaft und Wirtschaft.

Aktuell sind vor allem Frauen in der Selbstständigkeit unterrepräsentiert, wirtschaftliche Potentiale bleiben somit ungenutzt. Der Mutterschutz für Selbstständige ist deshalb nicht nur mit Blick auf den Gesundheitsschutz, den demografischen Wandel und unter dem Gesichtspunkt der Gleichstellung elementar, damit sich keine Schwangere mehr zwischen Betrieb und Familie entscheiden muss. Angesichts einer schwächelnden Wirtschaft bietet der Mutterschutz für Selbstständige einen starken Hebel für eine erfolgreiche Unternehmensnachfolge und Gründungskultur.

Bei Selbstständigen wird das Argument der unternehmerischen Freiheit gegen die Möglichkeit einer wirksamen Absicherung im Mutterschutz mit solidarischer Kostenverteilung ausgespielt. Das führt zu einem klaren Wettbewerbsnachteil von Gebärenden. Zahlreiche Betroffene kommen aus dem Handwerk, der Kindertagespflege, der Geburtshilfe etc. und sichern mit ihren Betrieben wichtige Infrastrukturen. Gleichzeitig schwächelt die Wirtschaft und trotzdem werden schwangere Selbstständige derzeit im Stich gelassen.

Ziele für den Mutterschutz für Selbstständige

    1.

    Einkommensabsicherung in den Phasen der notwendigen Freistellung von der Arbeit, d.h. zur Wahrung des Gesundheitsschutzes während der Schwangerschaft, bei schwangerschaftsbedingten Krankschreibungen und in der Mutterschutzfrist vor und nach der Geburt. Berücksichtigung der besonderen Einkommenssituation von Personen in Gründung.

    2.

    Entwicklung von Lösungen zur Fortführung des Betriebes: Unter anderem zu Betriebshelfer*innen, Vertretungslösungen, Absicherungssystemen für Betriebskosten u.ä.

    3.

    Änderungen im Versicherungsvertragsgesetz, mit dem Ziel, dass Versicherungen, die Krankheiten, Einkommensausfall und Betriebskosten absichern, obligatorisch immer auch den erforderlichen Gesundheitsschutz im Zusammenhang mit einer Schwangerschaft sowie schwangerschaftsbedingte Ausfallzeiten und die Zeit des Mutterschutzes abdecken.

    4.

    Volle Absetzbarkeit der Kinderbetreuungskosten im ersten Lebensjahr des Kindes.

    5.

    Solidarische Finanzierung der Mutterschaftsleistungen selbstständiger Schwangerer, z. B. über die Ausweitung der Umlage für Angestellte (U2) auf Selbstständige, gegebenenfalls in Kombination mit Steuermitteln zur Absicherung gefährdeter Betriebe.